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Klassischer Zoofachhandel unter Druck: Strategische Neupositionierung wichtig


Drei unterschiedliche Konsumententypen für Heimtierbedarf (Quelle: IFH Köln)

Der stationäre Handel im Bereich Heimtierbedarf ist 2018 in Deutschland zwar moderat gewachsen, hat jedoch weiter Marktanteile gegenüber dem Online-Handel verloren. Wohl auch, weil nur ein Bruchteil der Heimtierbesitzer tatsächlich zufrieden mit dem stationären Einkaufserlebnis ist. Lediglich 13 Prozent stört beim Einkauf von Heimtierbedarf nichts. Die Studie Quo Vadis, Zoofachhandel? Eine Untersuchung über Zielgruppen, Strategien und Zukunftsperspektiven des Zoofachhandels des IFH Köln und initiiert von Zookauf soll nun Auswege und Chancen für Fachhändler aufzeigen, um dem Wettbewerbsdruck standzuhalten und Kunden nachhaltig zu binden.

Relevante Touchpoints ermitteln und Strategie anpassen   

Im ersten Schritt zeigt die Studie, dass der Informationsbedarf von Heimtierbesitzern groß und ihr Informationsverhalten vielschichtig ist. Durchschnittlich 4,3 verschiedene Infoquellen nutzen die befragten Konsumenten. Somit besteht Potenzial, die wichtigsten Touchpoints online und offline mit relevantem Content zu bespielen und den Kunden dort zu erreichen, wo er sich informiert.

Neben Online-Shops einzelner Anbieter und Websites spielen dabei auch Plattformen wie Amazon, soziale Medien oder Online-Werbung eine immer größere Rolle. Insgesamt gilt es als Fachhändler daher, auch Google, Facebook, Amazon und Co. in die Marketing- und Vertriebsstrategie zu integrieren, heißt es in der Studie.

Kundentypen kennen und individuell ansprechen    

Um Kunden über diverse Touchpoints adäquat ansprechen zu können, müssen Händler ihre Kunden kennen. Im Rahmen der Studie wurden daher drei Konsumententypen im Heimtierbereich herausgebildet: Der erlebnisorientierte Shopper liebt es, neue Produkte auszuprobieren und nimmt sich gerne Zeit für den Einkauf. Der convenienceorientierte Shopper kauft vor allem online und nimmt Einkaufen im Geschäft als lästig und stressig wahr. Der für den Heimtier-Fachhandel interessanteste Typ ist der serviceorientierte Shopper. Dieser macht zwar nur 24 Prozent des Marktes aus, ist aber gleichzeitig der treueste Fachhandelskunde. Er findet eine ausreichende Beratung nur im Fachhandel und wünscht sich umfassende Zusatzservices.

Im Hinblick vor allem auf letzteren Typ könnte das Angebot mehrwertbringender Services bis hin zur Weiterentwicklung des Fachhandels zu einem Tierkompetenzzentrum – mit Angeboten wie einem Tierarzt oder Hundefriseur – eine strategische Maßnahme sein, raten die Sudienautoren. Denn Fachhändler hätten somit die Chance, sich im direkten Kundenkontakt durch die Schaffung positiver Kundenerlebnisse vom Wettbewerb zu differenzieren und Kunden nachhaltig zu binden.

Über die Studie

Für die Studie Quo Vadis, Zoofachhandel? Eine Untersuchung über Zielgruppen, Strategien und Zukunftsperspektiven des Zoofachhandels wurden im März 2019 insgesamt 1.000 Käufer von Heimtierbedarf (Futter, Snacks, Zubehör) online befragt. Die Studie wurde von Zookauf initiiert. Weitere Partner sind Bosch, Dr.Clauder‘s, Hunter, Interquell, Sera Trixie sowie Takefive-media. Die Studie steht hier zum Download zur Verfügung.



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(vg) 01.07.2019