
Quelle: EHI-Whitepaper Agentic Commerce 2026
Studien
Handel tastet sich an Agentic Commerce heran
KI‑gestützte Einkaufsagenten entwickeln sich vom digitalen Tippgeber zum autonomen Einkaufshelfer. Viele Handelsunternehmen prüfen derzeit, wie solche Systeme Kaufprozesse selbstständig steuern können. Laut der im September 2026 veröffentlichten EHI‑Studie Agentic Commerce beschäftigen sich rund 60 Prozent der Händler mit entsprechenden Technologien, mehr als elf Prozent setzen bereits konkrete Anwendungen ein. Gleichzeitig bleibt die Skepsis groß: 40 Prozent sehen für ihr Unternehmen aktuell keinen Einsatzbereich.
Strategische Weichenstellung steht noch aus
Ob Händler eigene Agenten entwickeln oder externe Lösungen nutzen, ist vielfach ungeklärt. 44,9 Prozent der Unternehmen haben ihre strategische Ausrichtung noch nicht definiert, 34,6 Prozent gaben an, bereits interne und externe Systeme zu nutzen, 17,8 Prozent setzen auf externe KI-Anbieter und 2,7 Prozent entwickeln eigene KI-Modelle und -Systeme. Viele Händler sehen im eigenen Agenten ein mögliches Zukunftsfeld, befinden sich aber noch in einer frühen Orientierungsphase.
Ziele: Conversion und Personalisierung
Die Erwartungen an Agenten sind klar umrissen: Rund 70 Prozent der Unternehmen versprechen sich höhere Conversion‑Rates und stärker personalisierte Angebote. Mehr als die Hälfte sieht zudem Potenzial für besseren Kundenservice und höhere Loyalität. Agenten sollen damit nicht nur Prozesse automatisieren, sondern auch die Qualität der Interaktion steigern.
Daten, Know‑how und Budget als Engpass
Die Voraussetzungen für Agentic Commerce sind heterogen. 39,2 Prozent bewerten ihre Datenbasis als gut, ähnlich viele sehen deutliche Defizite. Personell sind die Unternehmen kaum vorbereitet. Nur gut ein Fünftel hält die eigene Organisation für ausreichend aufgestellt. Investitionen bleiben zunächst verhalten, aktuell rechnen nur 26,6 Prozent mit entsprechenden Budgets. In fünf Jahren erwarten dies jedoch knapp zwei Drittel, in zehn Jahren fast drei Viertel.
Blick nach vorn: großer Einfluss erwartet
Während heute nur zehn Prozent Agentic Commerce als bedeutend einschätzen, gehen langfristig über 90 Prozent der Befragten von einem starken Einfluss auf den Handel aus. Im stationären Geschäft erwarten aktuell nur 6,2 Prozent größere Veränderungen, in fünf Jahren jedoch bereits 48,3 Prozent und in zehn Jahren fast zwei Drittel. Im Onlinehandel ist die Dynamik noch deutlicher: Heute sehen 20 Prozent einen starken Einfluss, in fünf Jahren 85,8 Prozent.
Über die Studie
Für die Untersuchung wurden im Auftrag von Softserve im Juli und August 2026 insgesamt 218 Personen aus zwölf Branchen des deutschsprachigen Handels online befragt. Rund ein Viertel der Teilnehmenden stammt aus Geschäftsführung oder Vorstand.
Kostenlos versorgt Sie der markenartikel-Newsletter mit allen Neuigkeiten. Jetzt abonnieren - nie wieder etwas verpassen!












Marketing- und Medien-News aus der new-business-Redaktion