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EY-Parthenon Employment Barometer 2026

DAX-Konzerne bauen europaweit die meisten Stellen ab

Quelle: Dylan Gillis/Unsplash

Die DAX-Konzerne haben ihre weltweite Beschäftigung im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent reduziert. Die Zahl der Beschäftigten sank von 3,86 Millionen auf 3,81 Millionen. Damit entwickelten sich die deutschen Top-Unternehmen schwächer als die Konzerne aus Frankreich, Italien und Spanien.

Bei den französischen Unternehmen ging die Beschäftigung weltweit um 0,2 Prozent zurück. Die italienischen und spanischen Top-Unternehmen verzeichneten dagegen jeweils ein Plus von 0,9 Prozent. In Italien entsprach dies rund 10.900 zusätzlichen Beschäftigten, in Spanien rund 11.600.

Auch am Heimatstandort ging die Beschäftigung bei den DAX-Konzernen zurück – um 1,0 Prozent. Bei den französischen Unternehmen fiel der Rückgang mit 1,4 Prozent noch stärker aus. Die spanischen Top-Unternehmen erhöhten ihre Beschäftigung im Inland dagegen um 1,8 Prozent.

Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung bei den deutschen Konzernen im Ausland: Dort sank die Zahl der Beschäftigten um 1,3 Prozent. Italienische Unternehmen bauten ihre Auslandsbelegschaften dagegen um 1,9 Prozent aus.

Große Unternehmen besonders unter Druck

Der Beschäftigungsabbau konzentriert sich vor allem auf die großen Konzerne. Europaweit stieg die Beschäftigung bei Unternehmen mit weniger als 25.000 Beschäftigten um 0,7 Prozent. Unternehmen mit mehr als 100.000 Beschäftigten reduzierten ihre Belegschaften dagegen um 0,3 Prozent, bei mittelgroßen Unternehmen ging die Beschäftigung um 0,4 Prozent zurück.

In Deutschland fällt dieser Unterschied besonders deutlich aus. Bei 69 Prozent der kleineren DAX-Unternehmen stieg die Beschäftigung. Insgesamt legte die weltweite Beschäftigung dieser Gruppe um 3,5 Prozent zu. Bei den sehr großen deutschen Konzernen mit mehr als 100.000 Beschäftigten reduzierten dagegen 69 Prozent ihre Belegschaften. Insgesamt sank die Beschäftigung in dieser Gruppe um 1,1 Prozent.

Das geht aus dem EY-Parthenon Employment Barometer 2026 hervor. Dafür wurden die Nachhaltigkeitsberichte von 155 börsennotierten Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien ausgewertet. Betrachtet wurden die Unternehmen aus den Leitindizes DAX 40, CAC 40, FTSE MIB 40 und IBEX 35.

Deutschland im europäischen Vergleich

Auch beim Anteil der Unternehmen mit Beschäftigungswachstum schneiden die DAX-Konzerne schwächer ab. Bei 54 Prozent der deutschen Unternehmen stieg die weltweite Beschäftigung. In Italien und Spanien lag der Anteil jeweils bei 65 Prozent, in Frankreich bei 55 Prozent.

37 Prozent der weltweit bei den DAX-Konzernen Beschäftigten arbeiten in Deutschland. Nach Einschätzung von EY-Parthenon steht das Geschäftsmodell der großen deutschen Industrieunternehmen, das internationale Aktivitäten vom Heimatstandort aus steuert und zugleich umfangreiche Wertschöpfung in Deutschland hält, unter zunehmendem Anpassungsdruck.

Dabei gehe es bei vielen Unternehmen nicht allein um die Verlagerung von Arbeitsplätzen, sondern um eine strukturelle Konsolidierung. Konzerne überprüften, welche Funktionen künftig noch in welchem Umfang und an welchen Standorten benötigt würden und wo investiert werde.

Europa verliert Beschäftigung

Auch regional zeigt sich ein unterschiedliches Bild. Europa bleibt mit einem Anteil von 60 Prozent an der Gesamtbeschäftigung der untersuchten Unternehmen der wichtigste Beschäftigungsstandort. Gleichzeitig ging die Beschäftigung dort um 1,1 Prozent zurück.

In Nordamerika stieg die Zahl der Beschäftigten dagegen um 0,5 Prozent, in der Region Asien-Pazifik um 0,2 Prozent. Damit entwickeln sich die Beschäftigungszahlen außerhalb Europas trotz weiterhin hoher Bedeutung des europäischen Marktes dynamischer.

Konsumgüter und Pharma unter Druck

Deutliche Unterschiede gibt es auch zwischen den Branchen. Von den 19 untersuchten Branchen verzeichneten zehn ein Beschäftigungswachstum. Am stärksten legte die Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsindustrie mit einem Plus von 4,3 Prozent zu. Auch Kapitalgüterhersteller und IT-Unternehmen bauten Beschäftigung auf.

Rückläufig war die Beschäftigung dagegen insbesondere bei Konsumgüterunternehmen und in Pharma und Life Sciences. Im Konsumgüterbereich sank sie um 4,5 Prozent, bei Pharma und Life Sciences um 4,0 Prozent.

In der Automobilindustrie zeigt sich eine Verschiebung zwischen den Standorten: Am Heimatstandort ging die Beschäftigung um rund vier Prozent zurück, während sie im Ausland um rund ein Prozent zunahm.

KI könnte Beschäftigungsentwicklung verändern

Für die kommenden Jahre erwartet EY-Parthenon weitere Veränderungen. Nach Einschätzung von Martin Gerber, COO von EY-Parthenon für die Region Europe West, könnten sich die Auswirkungen von Restrukturierungen erst zeitverzögert in den Beschäftigungszahlen zeigen.

Auch Künstliche Intelligenz dürfte demnach künftig stärker auf die Beschäftigungsstruktur wirken. Während viele Unternehmen derzeit noch mit Pilotprojekten arbeiten, wird eine breitere Anwendung von KI laut Gerber insbesondere ab 2027 und 2028 erwartet.

Betroffen sein könnten dabei nicht nur klassische Verwaltungsbereiche. Genannt werden unter anderem Forschung und Entwicklung, Engineering, Kundenservice, Einkauf, Supply-Chain-Steuerung und Produktionsplanung. Entscheidend sei daher nicht allein die Automatisierung einzelner Tätigkeiten, sondern die Veränderung von Prozessen, Rollen und Organisationsstrukturen.

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vg 29.09.2026

 

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