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Geschäftsmodelle

Nachhaltigkeit, Innovation, Resilienz: Wo Unternehmen investieren müssen

Quelle: Dilok/Adobe Stock

Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Krisenfestigkeit hängen enger zusammen als vielfach angenommen. Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle stärker an Nachhaltigkeitskriterien ausrichten, schätzen sich zugleich als resilienter und wettbewerbsfähiger ein. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 501 Unternehmen durch die Bertelsmann Stiftung und die ESCP Business School. Die Untersuchung macht allerdings auch deutlich, dass viele Unternehmen bei der nachhaltigen Transformation und der Krisenvorsorge noch Nachholbedarf haben.

Nachhaltigkeit als Faktor für die Zukunftsfähigkeit

89 Prozent der befragten Unternehmen verändern derzeit ihre Wertschöpfungsaktivitäten oder Geschäftsmodelle. Bei 56 Prozent dieser Unternehmen spielt eine nachhaltige Ausrichtung dabei zumindest teilweise eine Rolle. Für 16 Prozent ist Nachhaltigkeit sogar der zentrale Treiber der Transformation. Vor drei Jahren lag dieser Anteil noch bei zwölf Prozent.

Gleichzeitig wächst die Gruppe der Unternehmen, die sich kaum mit einer nachhaltigen Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle beschäftigen: Ihr Anteil stieg im selben Zeitraum von 21 auf 27 Prozent. Die Studienautoren sprechen von einer zunehmenden „Doppel-Drift“: Während einige Unternehmen ihre Transformation vorantreiben, bleibt ein anderer Teil weitgehend auf dem bisherigen Stand.

Die statistische Auswertung zeigt einen positiven Zusammenhang zwischen nachhaltiger Geschäftsmodelltransformation, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz. Unternehmen mit höheren Werten in einem dieser Bereiche erreichen im Durchschnitt auch höhere Werte in den beiden anderen. Die drei Faktoren schließen sich demnach nicht aus, sondern können sich gegenseitig stärken.

Krisenvorsorge bleibt eine Schwachstelle

Bei der Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen sehen die Studienautoren allerdings erheblichen Handlungsbedarf. 50,5 Prozent der Unternehmen halten sich für eher schlecht oder sehr schlecht auf die nächste Krise vorbereitet. Lediglich 18,8 Prozent schätzen ihre Vorbereitung als gut oder sehr gut ein.

Zwar geben 54,8 Prozent an, aus vergangenen Krisen gelernt zu haben. Konkrete Vorsorgemaßnahmen wie feste Budgets für Pilotprojekte, regelmäßige Krisensimulationen oder Planspiele sind jedoch bislang wenig verbreitet. Auch auf einen krankheitsbedingten Ausfall eines Viertels der Belegschaft sehen sich viele Unternehmen nicht ausreichend vorbereitet: 53,4 Prozent bewerten ihre Vorkehrungen für dieses Szenario als schlecht oder sehr schlecht.

Deutlich positiver fällt die Einschätzung aus, wenn es um den eigenen Beitrag zur Widerstandsfähigkeit der Wertschöpfungskette geht. Viele Unternehmen sehen in ihren Produkten, Dienstleistungen, Innovationen und Kooperationen einen positiven Einfluss auf die Resilienz ihrer Partner und Kunden.

Investitionen in Innovationen bleiben begrenzt

Auch beim Investitionsverhalten zeigt sich eine eher defensive Ausrichtung. 60 Prozent der Unternehmen investieren vor allem in den Erhalt oder Ersatz bestehender Substanz. Erweiterungsinvestitionen tätigen 44 Prozent. Lediglich gut jedes vierte Unternehmen investiert in Forschung, Entwicklung und Innovationen.

Dabei stellt die Studie einen Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Investitionsbereitschaft fest: Je stärker Unternehmen die Bedeutung von Nachhaltigkeit für die Veränderung ihres Geschäftsmodells einschätzen, desto höher ist ihre Investitionstätigkeit. Eine um zehn Prozentpunkte höhere Einschätzung der Nachhaltigkeitsrelevanz geht mit einer um knapp 1,5 Prozentpunkte höheren Investitionstätigkeit einher.

Trotz der zurückhaltenden Investitionen blicken viele Unternehmen vergleichsweise zuversichtlich auf ihre Marktposition. 61,9 Prozent erwarten, die Anforderungen ihrer Kunden künftig besser erfüllen zu können als ihre Wettbewerber. Lediglich 4,1 Prozent rechnen mit einer schlechteren Entwicklung.

Die Studienautoren empfehlen, nachhaltigkeitsbezogene Chancen und Risiken regelmäßig zu überprüfen und mögliche Veränderungen des eigenen Geschäftsmodells stärker in den Blick zu nehmen. Zudem sollten Unternehmen Erfahrungen aus vergangenen Krisen systematisch in ihre strategische Planung und Vorsorge einbeziehen. Dazu zählen kontinuierliche Verbesserungsprozesse, regelmäßige Übungen und entsprechende Budgets.

Für die Untersuchung wurden 501 Unternehmen durch IW Consult befragt. Die Stichprobe wurde repräsentativ für die deutsche Gesamtwirtschaft gewichtet.

 

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vg 05.11.2026

 

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