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Einzelhändler blicken vorsichtig optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft

Einzelhandel rechnet trotz Corona-Krise mit steigender Kaufbereitschaft im Weihnachtsgeschäft  (Quelle: Capgemini)
Einzelhandel rechnet trotz Corona-Krise mit steigender Kaufbereitschaft im Weihnachtsgeschäft (Quelle: Capgemini)

Der Einzelhandel rechnet trotz der Corona-Krise mit steigender Kaufbereitschaft im Weihnachtsgeschäft. So rechnet fast die Hälfte (46 Prozent) der Einzelhändler mit einer Umsatzsteigerung, und die Hälfte der Käufer (49 Prozent) geht davon aus, dass sie in dieser Saison mehr online einkaufen werden als in den vergangenen Jahren. Dies geht aus der Untersuchung von Capgemini mit Deutschlandsitz München zum Weihnachts-Shopping hervor. Für die jährlich durchgeführte Umfrage wurden über 6.500 Verbraucher und rund 850 Einzelhändler in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Skandinavien und den USA befragt.

Händler erhöhen ihr Online-Angebot und planen größere Rabatte

93 Prozent der Händler haben für das Weihnachtsgeschäft bewusst ihr Online-Angebot gestärkt. 50 Prozent haben ihre Website oder ihr E-Commerce-Angebot verbessert, 34 Prozent ihre Web-Traffic-Kapazität erhöht und 21 Prozent haben neue virtuelle Einkaufserlebnisse geschaffen.

Um noch mehr Kunden zu gewinnen, wollen 78 Prozent der Einzelhändler weltweit sowohl online als auch stationär größere Rabatte gewähren. Ein Drittel (33 Prozent) möchte online eine größere Auswahl an reduzierten Produkten anbieten. Dennoch sind in diesem Jahr nur 39 Prozent der Einzelhändler zuversichtlich, das Kaufverhalten in der diesjährigen Weihnachtssaison genau vorhersagen zu können – im vergangenen Jahr waren es noch 55 Prozent. Als häufigsten Grund für ihre Unsicherheit nennen die befragten Händler mögliche Lockdowns (54 Prozent) und die Unterbrechung der Lieferkette (50 Prozent). Fast jeder Dritte (30 Prozent) gibt an, dass die Daten, auf die sie ihre Planung stützen, aufgrund von COVID-19 zu ungenau sind.
Gleichzeitig gehen nur 14 Prozent der Verbraucher davon aus, am Black Friday mehr als sonst auszugeben, während 35 Prozent weniger ausgeben wollen. Als Hauptgrund für die Kaufzurückhaltung wurde ein geringeres verfügbares Einkommen genannt (43 Prozent).

Händler erhöhen ihr Online-Angebot und planen größere Rabatte (Quelle: Capgemini)

Verbraucher konzentrieren sich auf das Wesentliche, die Jüngeren geben am meisten aus

WeEitere Ergebnisse: Die Jüngeren werden für Weihnachtseinkäufe am meisten ausgeben. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) der 18- bis 24-Jährigen und 40 Prozent der 25- bis 34-Jährigen sagen, seit Beginn der COVID-19-Pandemie Geld gespart zu haben, um es im Rahmen des Black Friday und an Weihnachten auszugeben. Auch Verbraucher mit einem höheren Einkommen werden in diesem Jahr voraussichtlich mehr ausgeben als in den Jahren zuvor. Insgesamt planen 14 Prozent der Befragten höhere Ausgaben ein, bei Personen mit einem Gehalt von mehr als 70.000 Euro liegt der Anteil bei 24 Prozent.

Am gefragtesten sind in der diesjährigen Weihnachtszeit lebensnotwendige Artikel, diese werden mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller geplanten Einkäufe ausmachen. Die Verbraucher geben dem Kauf lebensnotwendiger Artikel für sich selbst und anderen (44 Prozent) den Vorrang vor dem Kauf von Geschenken für andere (35 Prozent) oder sich selbst (21 Prozent). Luxusartikel, die nur 18 Prozent der Befragten zu kaufen beabsichtigen, werden verstärkt von jüngeren Altersgruppen (27 Prozent) und Personen mit einem höheren Einkommen (34 Prozent) nachgefragt.

Impulskäufe gehen zurück, da die Verbraucher vorausschauend planen

Kaufmuster sind in diesem Jahr schwerer vorherzusagen (Quelle: Capgemini)

Fast die Hälfte (49 Prozent) der weltweit befragten Käufer geht davon aus, dass sie in der Weihnachtszeit mehr online einkaufen werden als in den vergangenen Jahren, in Deutschland sagen dies 42 Prozent – Lockdowns in einigen Ländern werden diesen Trend weiter verstärken. Der Anteil der Verbraucher, der am Black Friday im stationären Handel einkaufen möchte, geht im Vergleich zum Vorjahr von 39 Prozent auf 28 Prozent zurück (in Deutschland von 30 Prozent im Jahr 2019 auf 24 Prozent 2020).

Die Befragung von Capgemini wurde durchgeführt, bevor in Ländern wie Frankreich und Großbritannien erneut die Läden schließen mussten. Dennoch sind die Regionen, in denen der Einzelhandel derzeit noch geöffnet ist, nach wie vor betroffen. Der stärkste Rückgang von 15 Prozentpunkten zeichnet sich in den USA ab, wo dieses Jahr nur noch 27 Prozent der Weihnachtseinkäufe stationär getätigt werden, gegenüber 42 Prozent im vergangenen Jahr. In Deutschland wie den übrigen Ländern wollen 33 Prozent der Verbraucher, denen es möglich ist, stationär einzukaufen, nur dann in die Geschäfte gehen, wenn sie wissen, was sie kaufen wollen. 32 Prozent (Deutschland: 29 Prozent) wollen im Voraus überlegen, was sie kaufen möchten. Dies deutet llaut Capgemini darauf hin, dass Impulskäufe zurückgehen werden.

Einzelhändler haben sich auf die veränderten Bedingungen vorbereitet

Trotz der Unsicherheit beim Kaufverhalten hat die Mehrheit (92 Prozent) der Einzelhändler ihre Rabatt-Strategien geändert, um den finanziellen und gesundheitlichen Sorgen der Verbraucher Rechnung zu tragen. Mehr als zwei von fünf (43 Prozent) Einzelhändler bieten im Vergleich zu den Vorjahren mehr sortimentsübergreifende Rabatte oder mehr tagesbezogene und zeitlich begrenzte Rabatte (42 Prozent) an. Fast neun von zehn (87 Prozent weltweit, 85 Prozent in Deutschland) haben in diesem Jahr neue Liefermöglichkeiten eingeführt: Eine kostenlose Lieferung haben 52 Prozent der befragten Händler insgesamt sowie 61 Prozent der Händler in Deutschland umgesetzt, eine Click-and-Collect- oder Bordsteinabholung ermöglichen nun 46 Prozent, in den USA sogar 60 Prozent.

Die Einzelhändler setzen zudem bewusst darauf, das Einkaufserlebnis in den Geschäften zu verbessern: 93 Prozent der Einzelhändler haben Maßnahmen ergriffen, um Kunden in die Geschäfte zu locken. 50 Prozent haben die Anzahl der Kunden in ihren Geschäften eingeschränkt, um ausreichend Abstand zu gewährleisten, und 43 Prozent haben zusätzliche kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten eingeführt.

Zur Methodik

Die Interviews wurden im Oktober 2020 von Sapio Research im Auftrag von Capgemini mit Hilfe einer E-Mail-Einladung und einer Online-Umfrage durchgeführt. Für die Einzelhandelsumfrage wurden 851 Einzelhandelsmanager aus Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, den USA sowie Skandinavien befragt. Die Verbraucherbefragung wurde unter 6.588 Verbrauchern in denselben sechs Regionen durchgeführt.

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(vg) 18.11.2020



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