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Schnell und komfortabel: Start-ups gefährden etablierte Handelsunternehmen

In der Handelsbranche geht das größte Disruptionspotenzial von den Themen 'Ease of Access' und 'Service & Convenience' aus. Das ergab die Disruptionsanalyse der Unternehmensberatung Iskander Business Partner (IBP). Die Berater untersuchten die Branche dazu aus der Perspektive des Kundenversprechens relevanter Start-ups.

Vorteile sind schneller Produktzugriff und hoher Einkaufskomfort

Zu 'Ease of Access' gehört alles, was den Produktzugriff erleichtert – etwa Highspeed-Lieferungen oder Online-Bestellungen bei einem lokalen Unternehmen, so IBP. Mit 4,8 Mrd. Euro sei dieser Bereich nicht nur Spitzenreiter beim Investitionsvolumen, sondern liege auch sehr nah am Kernbereich der großen Handelsunternehmen. So existieren bereits Apps, die den Zugriff auf das Produktportfolio lokaler Händler ermöglichen, die ihre Ware auf Wunsch innerhalb einer Stunde zustellen können. Wollen sich die Unternehmen dem Trend anpassen, müssen sie zunächst in die technische Infrastruktur investieren und Mitarbeiter schulen – dementsprechend lang ist die Reaktionszeit, heißt es in der Studie.

Auch im Bereich 'Service & Convenience' stellte IBP ein hohes und stetig steigendes Investitionsvolumen sowie eine große Nähe zum Kerngeschäft fest. Im Vordergrund stehe eine intelligente Angebotsaussteuerung, die das Einkauferlebnis besonders komfortabel mache. Beispiele sind Abonnements zu automatischen Produktlieferungen oder Kaufvorschläge. So gelingt es vielen Start-ups bereits, das Einkaufserlebnis zu verbessern, indem sie beispielsweise bei Kochrezepten intelligente Produktvorschläge inklusive Lieferung anbieten, oder auch Abo-Services, die sich mittels eines Algorithmus anpassen, ermöglichen, schreiben die Autoren.

"Diese Beispiele zeigen, dass sich die Retail-Branche in einem stetigen Umbruch befindet. Viele der etablierten Player konzentrieren sich aber nach wie vor viel zu lange auf das eigene Kerngeschäft", so Chris Willmanns Berater bei IBP. "Wollen die Unternehmen bei den Themen 'Ease of Access' und 'Service & Convenience' mithalten, haben sie zwei Möglichkeiten: Entweder zeitnah selbst entsprechende Angebote zu entwickeln und umzusetzen oder in die relevanten Start-ups investieren, um deren Technologien für sich zu nutzen."

Methodik der Analyse

Im Rahmen einer datenbankgetriebenen Analyse führte IBP zunächst ein Marktscreening durch. Dabei identifizierten sie Start-ups mit besonders hohem Investitionsvolumen und ordneten diese anschließend bestimmten Kundenversprechen zu. Um das Disruptionspotenzial einzuschätzen, bewertete IBP die identifizierten Propositions schließlich nach Nähe zum Kerngeschäft sowie Reaktionsfähigkeit: Je näher sie am Kerngeschäft der etablierten Handelsunternehmen liegen und je langsamer auf ihren Geschäftsansatz reagiert werden kann, desto höher das Disruptionspotenzial.



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(vg) 06.06.2019