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Finanzindustrie: Agile Arbeitsweisen steigern die Effizienz


Agiles Arbeiten ist modern – auch in der Finanzbranche (Quelle: Horváth & Partners)

70 Prozent der Geldinstitute in Deutschland und Österreich haben bereits Erfahrung mit agilem Arbeiten gesammelt. Weitere 17 Prozent wollen dies in den kommenden zwölf Monaten nachholen. Lediglich 13 Prozent lehnen agile Methoden derzeit noch ab. Das sind Ergebnisse einer Studie der Managementberatung Horváth & Partners. Lediglich zwölf Prozent der Institute nutzen agile Ansätze allerdings bereits umfassend. "Wenn Banken und Finanzdienstleister diese Instrumente nur halbherzig einsetzen, schöpfen sie nicht das gesamte Potenzial aus", sagt Dr. Marcus Dahmen, Leiter des Beratungsbereichs Banking Transformation bei Horváth & Partners. "Bei vollständiger Implementierung können Institute bis zu acht Prozent mehr Kosten sparen und bis zu sechs Prozent mehr Ertrag erwirtschaften."

Kanban am beliebtesten

Unter den agilen Methoden ist Kanban die beliebteste. 86 Prozent der Firmen, die bereits Erfahrung mit agilem Arbeiten haben, nutzen diesen Ansatz. Knapp dahinter folgen Scrum und Design Thinking, die jeweils 81 Prozent bereits einsetzen. Die Studie zeigt auch: Mit Kanban sind bei kompromissloser Umsetzung Effizienzsteigerungen von bis zu zwölf Prozent möglich. Bei Scrum sind bis zu zehn Prozent und bei Design Thinking bis zu sechs Prozent denkbar.

Anspruch und Realität klaffen auseinander

Je mehr Routine Finanzinstitute bei der Nutzung agiler Instrumente haben, desto stärker wächst ihr Anspruch. Das gilt sowohl für Erträge als auch für Kosten. So erwarten erfahrene Institute im Durchschnitt beim Ertrag eine Steigerung von 8,6 Prozent, die Kosten wiederum sollen um 7,9 Prozent sinken. Unerfahrene Anwender legen die Messlatte niedriger an. Sie rechnen in der Regel mit einer Ertragssteigerung von 5,9 Prozent und einer Kostenreduktion von 4,2 Prozent.

Insbesondere bei den Kosten können die Geldhäuser ihre Ziele aber oft nicht erreichen. Im Durchschnitt konnten die befragten Institute ihre Kosten durch agile Arbeitsweisen nur um 3,6 Prozent reduzieren. Höher war der Effekt beim Ertrag, der in der Regel um 4,1 Prozent gesteigert werden konnte.

Unterschiedliche Wünsche an agiles Arbeiten

Agilität zahlt sich vor allem für kleinere Finanzinstitute aus (Quelle: Horváth & Partners)

Was die einzelnen Banken mit agilem Arbeiten konkret erreichen wollen, kann sich stark unterscheiden. So ist kleinen und mittelgroßen Häusern oft die Erhöhung der Kommunikationsgeschwindigkeit besonders wichtig. Große Institute erachten hingegen häufig die Steigerung der Innovationsfähigkeit als wichtigstes Ziel.

Auch zwischen den Institutsgruppen gibt es verschiedene Zielsetzungen. So versprechen sich Privat- und Geschäftsbanken sowie Volksbanken von Agilität in erster Linie eine Erhöhung der Kundenzufriedenheit. Sparkassen streben vor allem danach, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.

Für die Effizienzstudie 2019/2020 wurden von Mai bis Oktober 2019 über 50 Experten der Finanzbranche in Deutschland und Österreich von Horváth & Partners befragt.

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(vg) 21.02.2020



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