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EU entgehen jährlich Einnahmen von bis zu 60 Mrd. Euro durch Fälschungen


Statusbericht 2019 über Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums (Quelle: EUIPO)

Die jährlichen Verluste aufgrund von Marken- und Produktpiraterie in den elf wichtigen Wirtschaftszweigen in der EU belaufen sich auf bis zu 60 Milliarden Euro pro Jahr. Dies entspricht 7,4 Prozent der EU-weiten Umsätze in den untersuchten Wirtschaftszweigen - Kosmetika und Körperpflegeprodukte, Bekleidung, Schuhe und Accessoires, Sportartikel, Spielzeug und Spiele, Schmuck und Uhren, Taschen und Koffer, bespielte Tonträger, Spirituosen und Wein, Arzneimittel, Pestizide und Smartphones. Das zeigt eine neue Schätzung des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) im spanischen Alicante. 

Deutschland verzeichnet in den untersuchten Branchen demnach einen Verlust von schätzungsweise 7,1 Milliarden Euro pro Jahr. Die Umsatzeinbußen werden auf 5,4 Prozent geschätzt. Der Analyse zufolge entspricht der Wert der Umsatzeinbußen in Deutschland insgesamt 87 Euro jährlich pro deutschen Staatsbürger.

Umsatzeinbußen durch Produktpiraterie gehen auf leicht zurück

Dies ist die zweite vom EUIPO veröffentlichte sektorübergreifende Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Marken- und Produktpiraterie in wichtigen Wirtschaftszweigen. In der Studie wird davon ausgegangen, dass seit der ersten Analyse im Jahr 2018 die Umsatzeinbußen auf EU-Ebene in allen bis auf zwei der untersuchten Branchen zurückgegangen sind: Bekleidung, Schuhe und Accessoires sowie Kosmetika und Körperpflegeprodukte.

Höchste Verluste bei Bekleidung, Schuhwaren und Accessoires

Der Sektor Bekleidung, Schuhe und Accessoires ist im Hinblick auf das Umsatzvolumen und die Beschäftigung der größte Wirtschaftszweig, der untersucht wurde. Schätzungen zufolge erleidet diese Branche in der gesamten EU Verluste in Höhe von etwa 28,4 Milliarden Euro jährlich bzw. 9,7 Prozent aller Umsätze.

In Deutschland werden die Umsatzeinbußen bei Bekleidung, Schuhen und Accessoires aufgrund von Fälschungen auf rund 3,9 Milliarden Euro jährlich geschätzt, was rund 7,4 Prozent der Verkäufe entspricht.

Kosmetika und Körperpflegeprodukte: Umsatzeinbußen von 7 Milliarden Euro

Dem Bericht zufolge führen gefälschte Waren auf dem Markt im Sektor für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte in der EU zu einem geschätzten Verlust von sieben Millionen Euro pro Jahr. Dies entspricht 10,6 Prozent aller Umsätze in diesem Sektor. In Deutschland belaufen sich die Einbußen bei Kosmetik- und Körperpflegeprodukten auf schätzungsweise 1,07 Milliarden Euro, was 8,2 Prozent aller Umsätze in diesem Sektor entspricht.

Die Schätzungen sind im Statusbericht 2019 über Verletzungen der Rechte des geistigen Eigentums enthalten‚ der die Berichterstattung des EUIPO auf EU- und auf globaler Ebene zusammenfasst.



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(vg) 07.06.2019