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Wirtschaftskriminalität sorgt für 18 % Umsatzverlust

Durch Wirtschaftskriminalität erleiden deutsche Unternehmen jedes Jahr hohe Umsatzverluste. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) beziffert die von den Unternehmen geschätzten Erlöseinbußen durch Korruption, illegale Preisabsprachen, Kartelle und Schwarzarbeit branchenübergreifend auf viele Milliarden Euro. Befragt wurden rund 850 Unternehmen.

Demnach beklagen diese Unternehmen bundesweit einen Umsatzverlust von rund 18 Prozent. Etwa sieben Prozent durch Kartelle und unerlaubte Absprachen, mehr als sechs Prozent durch Korruption. Schwarzarbeit kostet die Unternehmen etwa fünf Prozent Umsatz.

Besonders die Baubranche leidet unter den illegalen Geschäftspraktiken, so die Studie: Hier beklagen die Unternehmen nicht nur besonders viel Schwarzarbeit, sondern auch deutlich mehr Kartellabsprachen als in andere Branchen. Die Industrie ist derweil besonders stark von Bestechung betroffen. Über alle Branchen hinweg ergeben sich Einbußen durch Schwarzarbeit in Höhe von rund 313 Milliarden Euro und durch Korruption von 412 Milliarden Euro. Die größten Einbußen entstehen aufgrund unerlaubter Kartelle: Sie kosten Unternehmen bundesweit nach eigenen Angaben rund 472 Milliarden Euro Umsatz.

Gefahr auch für Industriestaaten

Die Studienergebnisse zeigen, dass Korruption, Kartelle und Schwarzarbeit selbst in gut entwickelten, erfolgreichen Volkswirtschaften eine größere Gefahr darstellen als vielfach vermutet, sagt IW-Studienautor Dominik Enste. "Im internationalen Vergleich hat Deutschland sogar relativ wenig mit Wirtschaftskriminalität zu kämpfen und das Vertrauen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft ist hoch", sagt der Ökonom. "Dennoch beklagen deutsche Unternehmen Umsatzverluste von bis zu 30 Prozent. In Ländern mit mehr Korruption und Schattenwirtschaft dürfte die Lage noch weitaus dramatischer sein."




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(tor) 14.08.2019