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Markenpiraterie: Colette Hercher, Präsidentin der Generalzolldirektion, im Interview

Colette Hercher ist seit August 2018 Präsidentin der Generalzolldirektion (Foto: Generalzolldirektion)
Colette Hercher ist seit August 2018 Präsidentin der Generalzolldirektion (Foto: Generalzolldirektion)

Colette Hercher, seit August 2018 Präsidentin der Generalzolldirektion, sprach mit markenartikel über den Kampf gegen Fälschungen, die Zusammenarbeit mit den Rechteinhabern und die Entwicklung des Online-Handels zum bevorzugten Vertriebsweg der Markenpiraten.

markenartikel: Die zunehmende Produkt- und Markenpiraterie ist ein Thema, das die Kosmetikbranche seit Jahren beschäftigt. 2018 wurden vom Zoll gefälschte Kosmetikprodukte im Wert von fünf Millionen Euro sichergestellt. Deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Woran liegt das?

Colette Hercher: Unsere Zöllnerinnen und Zöllner bei den Dienststellen arbeiten weiterhin tagtäglich mit Nachdruck daran, die Einfuhr von gefälschten Artikeln zu verhindern. Wenn man nur auf den festgestellten Warenwert abstellt, könnte tatsächlich der Eindruck entstehen, dass bei den Kosmetikartikeln ein Rückgang zu verzeichnen ist. Die statistischen Warenwerte stehen aber auch in unmittelbarem Zusammenhang mit dem jeweiligen Verkaufspreis eines Originalprodukts. So gibt es gerade im Bereich der Kosmetikindustrie zwischen den einzelnen Marken sowie auch innerhalb des Sortiments einer einzelnen Marke beträchtliche Preisunterschiede. Dies kann unter anderem zu großen Wertunterschieden führen, die dann allerdings keine klare Aussage über eine Entwicklung geben.

markenartikel: Aber?

Hercher: Wenn wir unsere festgestellten Mengen betrachten, so fällt auf, dass der Zoll im Vergleich zum Vorjahr über hunderttausend Kosmetikprodukte mehr aufgegriffen hat. Und wenn man sieht, dass wir in diesem Warensegment knapp eintausend Aufgriffsfälle mehr verzeichnen konnten, zeigt dies, wie erfolgreich der Zoll in diesem Bereich arbeitet.

markenartikel: 56 Prozent der Fälschungen gelangen dabei inzwischen über den Postweg nach Deutschland. Der Online-Handel wird damit zunehmend zum bevorzugten Vertriebsweg der Markenpiraten. Mit welchen Maßnahmen reagiert der Zoll auf diese zunehmende Bedeutung des Online-Vertriebs?

Hercher: Die Schnelllebigkeit der Produkte, die enorme Anzahl an Angeboten, das veränderte Käuferverhalten sowie der Einsatz und das Nutzen von sozialen Medien beleben seit Jahren den Trend zum Internet-Shopping. Dies bedeutet viele Kleinsendungen, die von Dienstleistern im Bereich der Paketbeförderung transportiert und zugestellt werden sollen, und mit denen sich der Zoll auseinandersetzen muss. Um dieser Masse an Sendungen, die auch Fälschungen beinhalten, wirksam entgegentreten zu können, handelt der Zoll gerade bei Kleinsendungen besonders effizient. Hier können die Zollstellen den Sachverhalt unmittelbar mit dem Anmelder klären und die rechtsverletzenden Sendungen anhalten bzw. vernichten lassen. Dies spart viel Zeit in der Kommunikation und bedeutet geringe Kosten für den Rechteinhaber.

Warum bei alledem die enge Zusammenarbeit mit dem Rechteinhaber wichtig ist und welche Schritte Rechteinhaber ergreifen können, um die Zusammenarbeit mit dem Zoll weiter zu verbessern und den Fälschern das Handwerk zu legen, lesen markenartikel-Abonnenten im vollständigen Interview in Ausgabe 7/2019. Zur Bestellung geht es hier. Mehr zum Inhalt finden Sie hier.



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(vg) 22.07.2019